Ein Tag im Leben eines A.N.U.-Mitgliedes...Lu erzählt...

Interessante Beiträge rund um Hunde und Tierschutz

Moderator: Moderator öffentlich

Ein Tag im Leben eines A.N.U.-Mitgliedes...Lu erzählt...

Beitragvon Angie » Montag, 01. Februar 2016, 18:54:42

Ein Tag im Leben eines A.N.U.-Mitglieds…..Lu erzählt……

Vor ungefähr 5 Jahren traf ich ein paar tolle Leute. Es war eine Überraschung für mich, da ich nie gedacht hätte, in Rumänien, auf Menschen zu treffen, die bereit sind, mehr zu tun im Tierschutz, als die Tiere auf der Straße zu füttern.
Kurz darauf gründeten wir ANU – Animals Need Us und mein Leben änderte sich schlagartig.
Ich versuche hier, ein Tag in meinem Leben zu beschreiben, damit Ihr einen Eindruck bekommt.
So oder so ähnlich läuft es für uns von ANU ab.
ANU hat kein Tierheim. Unsere Tiere sind alle bei uns oder auf anderen Pflegestellen untergebracht. Wir sind etwa 15 Menschen, und kümmern uns täglich um fast 300 Tiere, die bereits in unserer Obhut sind. Zusätzlich kommen fast täglich Notfälle hinzu, in denen wir zusätzlich gefordert werden. Angefahrene Tiere, sehr kranke Tiere, in Plastiktüten entsorgte Welpen, Katzen und Hunde, die irgendwo feststecken und sich nicht allein befreien können, Katzenbabies in Mülleimern… und das sind nur einige Beispiele dafür, was wir jeden Tag erleben.
Zudem kommen unsere Bemühungen für das Kastrationsprogramm – eine unserer wichtigsten Aufgaben.
Die meisten von uns haben selbst 15-20 Tiere entweder zu Hause zu versorgen, oder irgendwo untergebracht, wo wir jeden Tag hingehen müssen, um sie zu versorgen. Wir stehen um 5.30h morgens auf und räumen erstmal Wohnung und ggf. den Garten auf, denn die meisten der Hunde sind nicht stubenrein. Frisches Wasser und Futter wird bereit gestellt, wenn nötig werden Medikamente verteilt, geschaut, ob alles okay ist und dann… auf zur Arbeit.
Jeder von uns hat einen richtigen Job, mit dem wir unser Geld verdienen und macht die Arbeit für ANU ehrenamtlich – jeden Tag.
Unsere privaten Telefone klingen ständig, denn die meisten Menschen denken, dass unsere Arbeit für ANU sie selbst davon entbindet, selbstständig zu helfen. Es wird erwartet, dass wir sofort reagieren und helfen. Egal, worum es geht. Leider kümmert es niemanden, ob wir Kapazitäten haben – ob Platz da ist, ob Geld da ist, ob wir es zeitlich überhaupt noch schaffen… oder ob wir überhaupt noch genug Kraft haben, um helfen zu können. Oft kommen Anrufe wie: da und da liegt eine verletzte Katze, ein verletzter Hund. Ihr müsst sie/ihn holen. Kaum jemand kommt auf die Idee, das Tier selbst zum Tierarzt zu bringen.
Abends, nach Feierabend, geht es dann weiter für uns mit unseren Jobs bei ANU. Wir fangen scheue oder wilde Hunde und Katzen zum Kastrieren ein, gehen mit ihnen zum Tierarzt. Wir bringen die Kranken zum Arzt, gehen den Hilferufen des Tages nach, um verletze Tiere zu holen. Wir machen die Arbeit bei Facebook, posten Fotos, Berichte, beantworten Kommentare und Anfragen jeglicher Art, teilen Neuigkeiten über z.b. den Gesundheitszustand kranker Tiere mit. Wir kümmern uns um Adoptionen, um Papiere und Ausweise für die Tiere, wir suchen nach Transportmöglichkeiten ins neue Zuhause. Und das ist nicht alles, es gibt jeden Tag unzählige Aufgaben mehr.
DANN… kommen wir abends nach Hause, zu unseren 15-20 Seelchen, die schon auf uns warten. Sie möchten Liebe und Zuneigung, sie möchten spielen und Futter… sie möchten es sauber haben.
Hinzu kommt die extreme psychische Belastung… Natürlich sind wir alle überglücklich, wenn es ein Happy End für unsere Schützlinge gibt. Wenn wir sie in Sicherheit, gesund, geliebt und verwöhnt im neuen Zuhause wissen. Aber oft genug kommen wir zu spät, oft genug können wir nicht helfen, egal was wir tun. Die Tiere sterben in unseren Armen, und die Fragen im Kopf bleiben… was wir hätten besser oder anders machen können.
Das Herz bricht jedes Mal, und es bleibt gebrochen.
Aber dies ist, was wir für die armen Seelchen auf den Straße tun können. Was wir schaffen, neben unseren Jobs, unserem Leben und unseren Familien, die uns brauchen. Für die finanzielle Unterstützung brauchen wir Euch. Und ohne Euch können wir ihnen nicht helfen. Ohne Geld für Futter und Tierarzt können wir nicht helfen. Bitte denkt nicht, dass ihr nicht helfen könnt, weil es zu wenig ist, was ihr geben könnt.
Ein Coffee to go, eine Schachtel Zigaretten kosten nicht die Welt, das kann man ab und zu entbehren – wenn jeder etwas gibt, können wir so viel erreichen. Jeder Cent hilft weiter. Wenn Euch unsere Arbeit wichtig ist, wenn Ihr schätzt, was wir tun:
BITTE HELFT UNS.
Bild
Bild
Bild
Benutzeravatar
Angie
 
Beiträge: 178
Registriert: Sonntag, 04. Oktober 2015, 09:40:43
Wohnort: Panoramaweg 21, 65510 Idstein OT Eschenhahn
Hat sich bedankt: 0 mal
Danksagungen: 0 mal


Re: Ein Tag im Leben eines A.N.U.-Mitgliedes...Lu erzählt...

Beitragvon Sabrina » Montag, 16. Mai 2016, 18:01:30

So ein toller text jedes mal wenn ich ihn lese muss ich paar tränchen verdrücken... :(
Sabrina
 
Beiträge: 52
Registriert: Sonntag, 04. Oktober 2015, 21:27:08
Hat sich bedankt: 0 mal
Danksagungen: 0 mal

Re: Ein Tag im Leben eines A.N.U.-Mitgliedes...Lu erzählt...

Beitragvon Angie » Montag, 16. Mai 2016, 22:28:10

Du, da geht es mir genauso. Und ich habe diesen Text wirklich schon sehr oft gelesen. Sie leisten so viel bei ANU!
Bild
Bild
Bild
Benutzeravatar
Angie
 
Beiträge: 178
Registriert: Sonntag, 04. Oktober 2015, 09:40:43
Wohnort: Panoramaweg 21, 65510 Idstein OT Eschenhahn
Hat sich bedankt: 0 mal
Danksagungen: 0 mal


Zurück zu Berichte und Tipps

cron